FAQ zum Ebola-Virus

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Aktualisiert am 19.05.2026

1. Was sind Ebola-Viren, und wo kommen sie vor?

Umgangssprachlich sprechen viele Menschen vom „Ebola-Virus“. Streng genommen bezeichnet dies jedoch nur ein einzelnes Virus innerhalb der Gattung Ebolavirus aus der Familie der Filoviren. Mit „Ebola-Virus“ ist nur das gemeint, was häufig als Ebola‑Zaire‑Virus bezeichnet wird. Zur selben Gattung gehören aber noch fünf weitere Viren: Sudan-Virus, Bundibugyo-Virus, Reston-Virus, Taï-Forest-Virus und Bombali-Virus. Von diesen können Sudan-, Bundibugyo- und Taï-Forest-Virus beim Menschen Erkrankungen auslösen, während Reston- und Bombali-Virus nach heutigem Wissensstand wahrscheinlich nicht krankheitsverursachend beim Menschen sind.

Ebola-, Bundibugyo- und Sudan-Virus können eine schwere Virusinfektion mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Durchfall und Erbrechen verursachen. Bei einem Teil der Patientinnen und Patienten kann sich im Verlauf ein hämorrhagisches Fieber entwickeln mit inneren Blutungen und Organversagen. Die meisten bislang beschriebenen Ausbrüche wurden durch das Ebola-Virus (Ebola‑Zaire) verursacht, darunter auch die Westafrika-Epidemie 2014-16 mit über 10.000 Todesfällen. Im Durchschnitt liegt die Fallsterblichkeitsrate für Ebola‑Zaire über alle Ausbrüche hinweg nach Angaben der WHO bei etwa 50 Prozent. In den vergangenen Jahren haben sich die Überlebenschancen deutlich verbessert, weil spezialisierte Behandlungszentren, Antikörpertherapien und zugelassene Impfstoffe gegen Ebola‑Zaire zur Verfügung stehen.

Gegen Erkrankungen durch das Sudan-Virus gibt es derzeit keinen zugelassenen Impfstoff, mehrere Impfstoffkandidaten werden jedoch klinisch geprüft. Das Bundibugyo-Virus ist ein weiteres Filovirus, das eine Ebola-ähnliche Erkrankung verursacht. Auch hier kommt es zu schwer erkrankten Patientinnen und Patienten und zu Todesfällen. In den bisher dokumentierten Ausbrüchen lag die Fallsterblichkeit im Mittel bei etwa 30 bis 40 Prozent und damit niedriger als in vielen Ausbrüchen durch das Ebola-Virus, bleibt aber hoch. Für die durch das Bundibugyo-Virus verursachte Erkrankung (BDBV) gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff und keine spezifische standardisierte antivirale Therapie. Die Behandlung besteht vor allem in intensiver unterstützender Therapie. Der aktuelle Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda wird durch das Bundibugyo-Virus verursacht.

Wie schwer eine Ebola-Virus-Krankheit (EVD) verläuft, hängt nicht allein vom jeweiligen Virus ab. Alter, Vorerkrankungen, Ernährungszustand, der Zeitpunkt der Diagnose und die Frage, ob Betroffene schnell ein erfahrenes Behandlungszentrum erreichen, sind entscheidende Faktoren. Frühe Diagnostik, Isolierung und eine hochwertige intensivmedizinische Versorgung können die Überlebenschancen deutlich verbessern.

Ebola-Ausbrüche werden regelmäßig aus Ländern in Ost- und Zentralafrika gemeldet, insbesondere aus der Demokratischen Republik Kongo und Uganda. Größere Ausbrüche traten zudem in Westafrika auf – etwa 2014–2016 in Guinea, Sierra Leone und Liberia.

2. Welche Symptome treten bei Infektionen auf?

Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 21 Tagen beginnt die Erkrankung meist plötzlich mit hohem Fieber, starkem Krankheitsgefühl, Kopf- und Muskelschmerzen. Im Verlauf treten häufig Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen hinzu.

Schwere Verläufe gehen mit Schock und Multiorganversagen einher. Es kann es zu inneren und äußeren Blutungen kommen. Daher stammt die ursprüngliche Bezeichnung der viralen hämorrhagischen Fieber” stammt; diese Symptome treten aber nur selten auf. Die Sterblichkeitsrate variiert je nach Virusart und medizinischer Versorgung und liegt zwischen 25 und 90 Prozent.

3. Wie wird das Ebola-Virus auf den Menschen übertragen?

Es wird angenommen, dass bestimmte Fruchtfledermausarten das Reservoir des Ebola-Virus bilden. Eine Übertragung auf den Menschen kann beim Umgang mit infizierten Wildtieren erfolgen.

Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter oder verstorbener Personen sowie mit kontaminierten Oberflächen oder Gegenständen. Eine Ansteckung vor Auftreten der ersten Symptome gilt als unwahrscheinlich. Studien – unter anderem unter Beteiligung des BNITM – zeigen zudem, dass das Ebola-Virus in einigen Körperflüssigkeiten deutlich länger nachweisbar sein kann als im Blut. Besonders gut untersucht ist Sperma, in dem Virusbestandteile noch Monate nach der Erkrankung gefunden wurden. Deshalb empfehlen Gesundheitsbehörden genesenen Männern, eine Zeit lang auf Geschlechtsverkehr zu verzichten oder Kondome zu verwenden, um eine mögliche Übertragung zu vermeiden.

4. Welche Behandlung gibt es?

Ein spezifisches, breit einsetzbares antivirales Medikament steht nicht zur Verfügung. Die Behandlung besteht aus unterstützenden Maßnahmen wie Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich, Kreislaufstabilisierung und Behandlung von Komplikationen.

Für das Zaire ebolavirus sind zugelassene Impfstoffe verfügbar. Für andere Virusarten befinden sich Impfstoffkandidaten in klinischer Entwicklung.

5. Wie kann man sich vor einer Ebola-Virus-Erkrankung schützen?

Wichtig sind konsequente Hygiene- und Schutzmaßnahmen: Vermeidung von Kontakt mit potenziell infizierten Wildtieren, das Tragen geeigneter Schutzkleidung im medizinischen Bereich sowie sichere Verfahren im Umgang mit kontaminierten Materialien.

In Ausbruchsregionen gelten klare Vorgaben für die Isolation Erkrankter und die sichere Bestattung Verstorbener. Zusätzlich kommen – sofern verfügbar – Ringimpfungen zum Einsatz, bei denen Kontaktpersonen sowie Kontakte der Kontaktpersonen geimpft werden, um Übertragungsketten frühzeitig zu unterbrechen.

6. Weiterführende Informationen

www.who.int/health-topics/ebola

www.ecdc.europa.eu/en/ebola-and-marburg-fevers

www.rki.de/Ebola.html

 

Kontakt

  • Prof. Dr.  Stephan Günther
  • Leitung Abteilung Virologie
  • Telefon: +49 40 285380-547
  • Fax: +49 40 285380-459
  • E-Mail: guenther@bnitm.de
  • Prof. Dr.  César Muñoz-Fontela
  • Leitung AG Virus-Immunologie
  • Telefon: +49 40 285380-548
  • Fax: +49 40 285380-512
  • E-Mail: munoz-fontela@bnitm.de
  • Die Labordiagnostik | Beratung für Ärzt:innen
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